Die 10 Gebote des Internetmarketing

von Dipl.-Betriebswirt und M.B.A. Christian Bellingrath

Schriftliche Niederlegung der Rede "Erfolg auf dem Internet kommt nicht von alleine!" gehalten auf der Internet World Berlin, Mai 1997.


Liebe Besucher der Internet World Berlin 1997.
Ich möchte mich nochmals für Ihr Intresse und die vielen positiven Rückmeldungen bedanken. Auf vielfachen Wunsch habe ich, wie versprochen, meine Rede auch online abrufbar gemacht. Kommentare, Fragen und/oder Kritiken bitte an bell@bellnet.com.
Welche Faktoren beeinflussen den Erfolg auf dem Internet? Senior Consultant Christian Bellingrath von der International Consulting and Marketing Group, Inc. aus den USA hat 10 Hauptregeln aus seiner Erfahrung zusammengestellt. Internet, Marketing, Internetmarketing, Erfolg, Verkauf, Vertrieb, DM, Geld, Homepage, WWW, World Wide Web



Erfolg auf dem Internet kommt nicht von alleine!



Viele Organisationen und Firmen werden mit dem Versprechen gelockt, daß eine Internetpräsenz direkten Kontakt zu 30, 40 oder sogar 100 Millionen Kunden in aller Welt ermöglicht. Diese trügerische Halbwahrheit führt zu der Erwartungshaltung, daß eine Homepage automatisch tausende oder sogar millionen von Aufträgen nach sich zieht. Ernüchternt wirkt für viele, daß ihre Webseiten oft nur durch Zufall einmal besucht werden. Warum? Welche Faktoren beeinflussen den Erfolg einer Webseite?

Ist Marketing auf dem Internet immer erfolgreich?
Einige Firmen haben guten Erfolg, andere scheitern völlig mit Ihrer Internetpräsenz.

Ein Vergleich mit dem Telefon soll helfen, Ihnen zu verdeutlichen, wo das Problem liegt. Obwohl es heutzutage fast unmöglich ist, eine Firma ohne Telefon zu führen - da das Telefon die Kommunikation mit millionen von Teilnehmern in aller Welt ermöglicht - so ist das Vorhandensein eines Telefons noch keine Erfolgsgarantie, sondern eine Voraussetzung. Das Telefon wird nur mit Aufträgen oder Anfragen klingeln, wenn die Nummer bekannt gemacht wurde. Genau dies gilt auch für das Internet.

Bevor ich Ihnen jedoch Detailinformationen gebe, wie Sie auf dem Internet erfolgreich sein können, möchte ich mich über das warum mit Ihnen unterhalten.

Zuerst einmal, der durchschnittliche Internetnutzer hat sowohl eine überdurchschnittliche Ausbildung als auch ein überdurchschnittliches Familieneinkommen und somit eine höhere Kaufkraft als der Durchschnittsbürger. Gleichzeitig ist dieser Internetnuztzer aber oft schwieriger durch Fernsehwerbung zu erreichen als andere, da er meist mehrere Stunden täglich vor dem Computer verbringt. Prognosen für das Jahr 2000 reden bereits davon, daß Internetnutzer zu diesem Zeitpunkt 60% bis 75% der Kaufkraft ausmachen.

Die Mehrheit der größeren amerikanischen Unternehmen ist bereits auf dem Internet präsent und eine große Zahl mittelständischer und kleinerer Unternehmen sind dort zu finden. In Deutschland sind aber erst 3% aller mittelständischen Unternehmen auf dem Internet.
Weniger als 1% der deutschen Unternehmen verfügen über eine eigene Domain!

Man kann also behaupten, daß in Deutschland das Internet noch in den Kinderschuhen steckt, wenn auch in sehr schnell wachsenden. Daher kann ich heute noch erwähnen - aber nicht mehr lange - daß diejenigen, die jetzt einsteigen, daß heißt im Frühstadium, die Gelegenheit haben einen Wettbewerbsvorsprung durch Erfahrung zu erlangen; in dieser Phase werden auch Fehler von den Nutzern verziehen, was in einem späteren Stadium nicht mehr der Fall ist.

Gewinnen Sie Erfahrung auf dem Internet und damit einen Wettbewerbsvorsprung für Ihr Unternehmen!




Die 10 Gebote des Internetmarketing

Von dem relativ fortgeschrittenem Stadium des US-Internetmarketings ausgehend kann man verschiedene Schlüsse ziehen. Erfolg auf dem Internet kommt nicht von allein, sondern er bedarf einer Strategie, die diesem neuen Medium gerecht wird.
Aus meiner Praxis habe ich einige Grundregeln abgeleitet, die ich als die "10 Gebote" des Internetmarketing betrachte:

1. Planen Sie
Eine erfolgreiche Internetpräsenz erfordert strategische Planung und die Unterstüzung der Geschäftsleitung. Das Ziel einer Internetpräsenz kann Verkaufsunterstützung, PR, Kundendienst, etc. sein. Viele Firmen vergessen aber, was sie mit ihrer Internetpräsenz eigentlich erreichen wollten. Definieren Sie aus diesem Grunde kurz-, mittel- und langfristige Ziele und überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen eventuelle Abweichungen.

Äußerst wichtig ist es auch, computerliterate Mitarbeiter schon in der Planungsphase zu beteiligen. Stellen Sie fest, welche Mitarbeiter gute Computerkenntnisse haben und auch mit dem Internet und dem World Wide Web vertraut sind.

2. Promoten Sie
Fehlende Promotion kann eine ansonsten gelungene Webpräsentation zum Scheitern bringen. Promotion von Webseiten kann über das Internet oder über traditionelle Kanäle, wie TV, Anzeigenwerbung, ... erfolgen.

Daher ist das wohl wichtigste Kapitel der Präsenz auf dem Internet die Webpromotion. Die beste und schönste Webseite hilft nichts, wenn sie nicht gefunden wird!

Am 6. Juli 1995 (und damals gab es nur einen Bruchteil der heutigen Webseiten) stand ein Artikel im Wall Street Journal: "Everybody´s Jumping Onto The Internet, But Just Try To Find Them".
Wie aber kann man erreichen, daß die eigenen Webseiten gefunden werden?
Internetnutzer nehmen eine Suchmaschine oder einen Webindex zu Hilfe, um gewünschte Webseiten zu finden. Nochmals eine Analogie zum Telefon, hier suchen Sie im Telefonbuch. Da die unterschiedlichen Internetnutzer unterschiedliche Präferenzen haben, ist es äußerst wichtig, in allen gängigen Verzeichnissen eingetragen zu sein.

Alle gängigen Suchmaschinen und Webindizes akzeptieren Anmeldungen zur Eintragung völlig kostenlos. Sie können Ihre Webseiten manuell selbst bei den einzelnen Verzeichnissen anmelden, oder eine darauf spezialisierte Firma beschäftigen. Diese Anmeldedienste sind relativ preiswert; achten Sie aber darauf, daß die Anmeldungen manuell vorgenommen werden. Beim Cruisen auf dem Internet stoßen Sie häufig auf Firmen, die preiswert eine automatisierte Anmeldung bei einer großen Zahl von Webkatalogen versprechen. Leider ist eine automatisierte Anmeldung meist nicht sehr erfolgreich. Laufend ändern sich die Anmeldeformulare oder Rubriken, Rubriken werden aufgeteilt, oder die URL des Anmeldeformulares geändert. Bei der automatisierten Anmeldung können daher Suchbegriffe, Beschreibung oder sogar die komplette Eintragung verlorengehen, bzw. verstümmel werden.

Die Firma bellnet.com betreibt einen Webindex (http://www.bellnet.com/suchen/), eine Suchmaschine (http://www.suchmaschine.com), arbeitet als Berater im Bereich des Internetmarketing und bietet einen Anmeldedienst für Webseiten (http://www.internet-promotion.com) an. Aus meiner praktischen Erfahrung gebe ich Ihnen im folgenden zwei Beispiele über erfolgreiche Internet-Promotion:

Für eine relativ kleine amerikanische Firma im medizinischen Bereich (Candida Wellness Center) erstellten wir vor zwei Jahren eine einfache Webseite mit Informationen über eine Behandlung gegen Candidainfektionen. Die Firma wollte eine reine Textseite ohne jegliche Grafik erstellt haben, da Sie ausschließlich Informationen veröffentlichen wollten. Vom Standpunkt des Webdesigners her war es kaum denkbar, daß diese Seite Erfolg haben könnte und wir machten diese Firma selbstverständlich darauf aufmerksam. Durch gezielte Webpromotion wurde sogar diese Seite zu einem vollen Erfolg: Unsere Firma nahm eine intensive Webpromotion vor, einschließlich der Verwendung von Tricks, die wir zum Teil selbst entwickelt haben, wie Mehrfachanmeldungen unter verschiedenen Adressen/Titeln, etc... Wenn jemand z.B. eine Suche unter dem Stichwort "Candida" bei der internationalen Ausgabe von Yahoo durchführt, findet man bereits auf der ersten Resultatseite mehrere Nennungen deren Webseiten. Dies brachte dieser Firma einen enormen wirtschaflichen Erfolg auf dem Internet.

Ein anderes Beispiel für die Wichtigkeit von Webpromotion kommt auf dem Bereich der Tourismusindustrie. Innerhalb eines Jahres haben wir für einen Besitzer mehrer Campingplätze verschiedene Anmeldungen bei Suchmaschinen und Webverzeichnissen durchgeführt.

Anfang Mai setze sich der Betreiber eines großen Verzeichnissen für europäischen Campingplätze mit uns in Verbindung. Hierbei erfuhr ich, daß dieser Provider sich wunderte, daß aus der Menge seiner vielen Kunden, die er aufs Internet gebracht hat, nur einer eine signifikante Zahl von Zugriffen direkt über das Internet hatte. Die anderen Campingplätze erhielten ihre Zugriffe ausschließlich über seine Homepage und in einer viel geringeren Anzahl.
Auf Anfrage hatte er von seinem Kunden von unserem Promotionservice erfahren. Wir stehen jetzt mit ihm in Verhandlung, hundert seiner Kunden in ähnlicher Weise zu promoten.

Webpromotion durch Anmeldung bei Suchmaschinen und Webindizes ist eine preiswerte und effektive Art, auf Webseiten aufmerksam zu machen. Eine weitere effektive Art ist die "Bannerwerbung", Grafiken mit einem Link zur Homepage, die auf häufig besuchten Webservern geschaltet werden. Die Kosten liegen jedoch um ein Vielfaches höher als die Anmeldung bei Suchmaschinen. Es kann jedoch eine sehr lohnende Art der Werbung sein, insbesondere, wenn Sie zielgruppengerecht betrieben wird.

Bannerwerbung wird in der Regel nach "Page Views" berechnet, also nach Seitenzugriffen auf die Seite, die das Banner zeigt. Der übliche Preis je Page View liegt Z. Zt. bei 6 Pfennig, kann aber bei gesuchten Seiten oder zielgerichteter Werbung höher liegen, meist bei ca. 10-12 Pfennig. Der höhere Preis für zielgerichtete Werbung wird für Produkte, die einen eingeschränkten Kundenkreis haben, mehr als kompensiert durch einen viel geringeren Streuverlust der Werbung. Ein Versandhändler für Surfbretter hat in der Unterkategorie von Sport - Surfen - praktisch keinen Streuverlust, auf der Titelseite wird der Streuverlust bei vermutlich 99% oder höher liegen.

Verwenden Sie auch Ihre E-Mailadresse und die URL (http://www.IhreFirma.com) auf Visitenkarten, auf Katalogen, TV-Werbung, Radiowerbung, Magazinen, Zeitungswerbung, ...
Kürzlich fand ich sogar eine URL auf einer Salatkopfverpackung. Seien Sie hier kreativ. Aber ich möchte eine deutliche Warnung aussprechen. Verwenden Sie keine Massensendungen von unaufgeforderten E-Mails, die als unangenehm und lästig von den Empfängern betrachtet werden. Diese Warnung gilt auch für Newsgroups, Faxe und Chatkanäle. Dies führt nur zur Verärgerung der Adressaten und zu einem negativen Image Ihrer Firma auf dem Internet!

3. Wählen Sie die richtigen Berater bzw. Webmaster
Bedenken Sie hierbei, daß es sich bei der Internetpräsenz nicht um eine technische Aufgabe handelt, sondern um ein Marketing oder PR-Projekt. Es gibt viele Internetberater mit einer erstklassigen technischen Begabung und Ausbildung in Hinsicht auf das Internet, denen aber jegliches Marketingverständnis fehlt. Hier liegt eine weitere folgenschwere Fehlermöglichkeit bei der Schaffung einer Internetpräsenz.

Soll ein Webmaster Techniker oder Kaufmann sein?

Beim Kleinstbetrieb, bei dem der Chef selbst die Webseiten erstellt und alle Anfragen beantwortet, ist sichergestellt, daß derjenige, der den Kontakt zu den Kunden hat, die Ziele des Unternehmens kennt und weiß, wie er oder sie auf den Kunden einzugehen hat.
Bei einem Großbetrieb mit einer größeren Webpräsenz unterstehem dem Webmaster z.T. ein großer Stab von Programmierern und kaufmännischen Mitarbeitern für die Beantwortung der E-Mailanfragen. Hier sollte der Webmaster ein Kaufmann mit guten Computer- und Interneterfahrungen sein, und direkt dem Direktor für Marketing unterstellt werden.

4. Erstellen Sie eine Mitbewerberanalyse
Ihre Webseite steht im Wettbewerb mit anderen - z.T. ähnlichen - Webseiten Ihrer Mitbewerber. Analysieren Sie die Wettbewerbssituation Ihrer Branche auf dem Internet. Sollte Ihre Branche noch nicht auf dem Internet vertreten sein, betrachten Sie die internationale Situation Ihrer Branche auf dem Internet. Lernen Sie durch die Fehler Ihrer Mitbewerber oder durch positive Beispiele, wie Ihre Mitbewerber Webseiten gestaltet haben.

5. Denken Sie über Ihre Zielgruppe nach
Natürlich besteht keine Veranlassung, das Rad das zweite Mal zu erfinden. Ihre Firma wird in der Regel über gedruckte Präsentationen verfügen, wie Prospekte, Kataloge und auch andere Werbematerialien, die bei der Erstellung der Webseiten mit verwendet werden können.

Stellen Sie sich aber vorher die Frage, waren die Prospekte an die gleiche Zielgruppe gerichtet, die Sie für Ihre Internetseiten geplant haben?
Bedenken Sie auch, daß eine Homepage ein interaktives Medium ist, welches mehr Möglichkeiten bietet als gedruckte Kataloge.

Vermeiden Sie auf jeden Fall plakative Werbung, wie "xyz" wäscht so weiss, weisser geht es nicht. Erklären Sie, warum dies der Fall ist.

6. Verwenden Sie Grafiken, JAVA, etc. sparsam
Anders als beim Intranet, wobei Daten intern über ein Netzwerk mit extrem hoher Geschwindigkeit geladen werden können, werden beim Internet Seiten hauptsächlich durch Modems mit 14,4 oder 28,8 Kilobyte Geschwindigkeit geladen.

Nicht jede Webseite benötigt Java, Virtual Reality, Video, Audio, Active-X oder ähnliche Programmiertechniken, die die Ladezeit beträchtlich verlängern können.

Bedenken Sie stets, was wichtig für Ihre Webpräsenz ist und auf welche Techniken Sie eventuell verzichten können. Für ein Versandhaus von Musik-CDs oder einen Musikverleger ist Audio sehr sinnvoll, für Ihre Firma auch?

Grafiken können die Übersichtlichkeit und die Attraktivität einer Webpräsenz sehr erhöhen oder auch zu einer unnötigen Verlängerung der Ladezeiten führen. Viele Internetnutzer verlassen vielleicht Ihre Webseiten ohne sie vollständig gesehen zu haben, weil das Laden zu lange dauert.

Besonders negativ ist es, Webseiten mit einem sehr großen Foto oder einer großen Grafik auf der Startseite zu versehen, deren einzige Funktion darin liegt, daß man darauf klickt um zu den eigentlichen Seiten zu kommen.

Auch wichtig zu bedenken ist, daß viele Internetnutzer mit ausgeschalteten Grafiken cruisen und Grafiken nur laden, wenn sie es für sinnvoll halten. Ihre Aussage sollte auch ohne Laden der Grafiken ersichtlich sein.

Auf einigen Webseiten können Sie als Besucher mit dem Internetexplorer oder einer älteren Netscapeversion nichts sehen oder Sie erhalten nur einen Vermerk, daß Netscape 3 benötigt wird. Selbst die Netscapestartseite läßt sich mit anderen Browsern laden. Warum wollen Sie Internetnutzer von dem Besuch Ihrer Webseite ausschliessen? Besteht Ihre Aufgabe darin, Netscape zu unterstützen oder Ihre Werbebotschaft zu übermitteln?

Falls Sie unbedingt die neueste Technik unterstützen wollen und bestimmte Browser benötigen, machen Sie Ihre Homepage für alle Browser lesbar und bieten von dort die Option an Seiten mit der höchsten Technik oder mittleren Standards einzuladen. Eventuell ist es sogar sinnvoll, zusätzlich eine reine Textversion anzufertigen.

7. Erstellen Sie Kommunikationsmöglichkeiten
Auf manchen Webseiten ist eine E-Mailadresse schwer zu finden und es gibt sogar Webseiten ohne direkte Kommunikationsmöglichkeit über das Internet! Ich cruise von Zeit zu Zeit das Internet und finde immer wieder Webseiten, bei denen man lange nach einer E-Mailadresse suchen muss oder bei denen die vorprogrammierten E-Mailadressen falsch sind (teilweise sind die Mailserver falsch programmiert, teilweise liegen einfach Tippfehler vor).

Eine einfache Kontaktmöglichkeit sollte per E-Mail von praktisch jeder Seite aus möglich sein. Ein Formular, welches dem Internetnutzer Vorgaben gibt, welche Informationen Sie gerne hätten, stellt eine Vereinfachung der Kommunikation dar. Diese Formulare werden an eine vorgegebene E-Mailadresse verschickt.

Es ist auf keinen Fall ratsam, das Absenden des Formulars nur zu ermöglichen, wenn alle Felder ausgefüllt sind. Wenn jemand Ihnen aus bestimmten Gründen keine Telefonnummer oder keine Anschrift angeben will und nur die E-Mailadresse, so sollten Sie froh darüber sein, daß er oder sie überhaupt mit Ihnen in Kontakt tritt. Zu einem späteren Zeitpunkt werden Sie diese Angaben schon erhalten. Viele haben einfach Angst mit Werbung überschwemmt zu werden.

Unbedingt notwendig ist eine schnelle Beantwortung der Anfragen oder Kommentare per E-Mail. Eine Beantwortung per Fax oder Briefpost ist dem Medium nicht angemessen, es sei denn es würde ausdrücklich von dem Internetnutzer so gewünscht oder es wurde auf der Webseite angekündigt, daß aus einem bestimmten Grund nur eine Lieferung per Post erfolgen kann.

Wichtig ist, daß alle Kommunikationsmöglichkeiten wie E-Mail und Anfrageformulare getestet wurden!

8. Zeigen Sie Weitblick
Obwohl oft davon gesprochen wird, daß das Internet ein internationales Medium ist und man daher den Weltmarkt berücksichtigen sollte, möchte ich Sie noch stärker auf die wohl kurzfristig kommende regionale Bedeutung des Internet hinweisen. Meines Erachtens werden bald lokale Kleinanzeigen, kulturelle Angebote, etc. auf dem Internet eine viel stärkere Bedeutung haben als bisher.

Denken Sie daran, das Internet ist ein Medium, welches sich mit einer großen Geschwindigkeit verändert.

Das Internet ist ein internationales und multikulturelles Medium. Denken Sie daran - selbst wenn Ihre Zielgruppen hauptsächlich in Deutschland liegen - andere Sprachen und Kulturen gegebenenfalls zu berücksichtigen.

Genauso wichtig, wie der Blick über Grenzen und Kulturen hinweg ist es, die kommende regionale Bedeutung des Internet in Betracht zu ziehen. Hierbei denke ich nicht nur an Reiseinformationen sondern auch an lokale Angebote, wie z.B. Gebrauchtwagen, Kleinanzeigen, etc. die mit einer noch steigenden Verbreitung des Internet einen hohen Stellenwert erreichen werden.

Es ist auch äußerst wichtig, Webseiten übersichtlich zu gestalten und dem Nutzer den Weg durch Ihre Seiten zu erleichtern. Die Homepages mancher Firmen begannen mit wenigen Seiten und haben inzwischen ein Volumen von mehreren hundert Seiten erreicht, oft ein unübersichtliches Labyrinth für den Besucher. Ein gut strukturierter Wegweiser ist unerläßlich.

9. Aktivieren Sie Ihre Webseiten unter einem eigenen Domain-Namen
Ob Sie einen eigenen Domainnamen (http://www.IhreFirma.com) oder Serverplatz bei einem Provider gemietet haben und unter seiner Domain erreichbar sind (http://www.IhrProvider.com/IhreFirma) ist bei Besuchern, die Sie über eine Suchmaschine oder einen Webindex finden gleichwertig, da der Klick einer Maus genügt. Anders sieht es bei der Verwendung der URL (http://....) in Fernsehwerbung, Radiowerbung, in Zeitschriften oder anderen Medien aus. Hier muß der Internetnutzer Ihre Domain tippen, die eventuell sehr lange sein kann oder schwierig auszusprechen (http://www.IhrProvider.de/Kunden/~IhreFirma/index.html).
Ein weiterer möglicher Nachteil, der sich extrem negativ auf Ihre gesamte Internetpräsenz auswirken kann, ist die Verkettung Ihrer URL mit der Domain Ihres Internetproviders. Dieser kann sein Geschäft aufgeben oder beschließen keine Webseiten mehr zu hosten. Sie sind dann nicht mehr unter Ihrer bekannten Internetadresse zu erreichen!

Die Reservierung der optimalen Domain für Ihre Firma ist ebenso wichtig, wie ein Warenzeichen. Es gibt vieleicht viele Firmen, die einen legitimen Anspruch auf Ihre optimale Domain haben, da der Firmenname ähnlich ist oder es einen interessanten Sachbegriff gibt, der sich vorteilhaft für Sie auswirken kann.

Es ist nicht mehr möglich, Domainnamen nur zu reservieren. Der Domainname muß sofort aktiviert werden.
Sie benötigen hierzu keine eigene Standleitung, die Kosten der Anmietung eines virtuellen Servers liegen meist bei deutlich unter 100 DM je Monat.

Es gibt für die eigene Domain verschiedene Auswahlmöglichkeiten:

.COM  ist die wohl üblichste und am meisten vertretene Domain, da sie international und nicht länderspezifisch ist. In den USA z.B. verwendet praktisch kaum jemand die .US-Domain.
.DE  ist die landesspezifische Domain für Deutschland, kann aber auch von Firmen ausserhalb der Bundesrepublik beantragt werden kann.
.AT  ist die landesspezifische Domain für Österreich
.CH  ist die landesspezifische Domain für die Schweiz


Die Erlangung von .COM-Domains ist relativ preiswert.
Die Anmeldegebühren von US-$ 100 (ca. 170 DM ) beinhalten die ersten beiden Jahre, Verlängerungen werden z. Zt. mit $ 50/Jahr berechnet. Die Gebühren von .DE-Domains sind von den verschiedenen Internetprovidern frei kalkuliert und können im ersten Jahr rund eintausend Mark erreichen.

In den U.S.A. ist es selbst bei mittelständischen Firmen üblich, sich eine Standleitung zu mieten. An diese Leitung werden alle vernetzten PCs der Firma angeschlossen und jeder Mitarbeiter kann E-Mail senden und empfangen, im Netz cruisen und gleichzeitig wird die Leitung für den Webserver der Firma genutzt und vielleicht auch für einen FTP-Server.
Da die Firma in diesem Falle auch einen eigenen Mailserver betreibt, stehen eine beliebige Anzahl von E-Mailadressen zur Verfügung - ohne auf Onlinedienste angewiesen zu sein. Die derzeit noch hohen Preise der Telekom machen es für die meisten Firmen uninterressant, eine Standleitung zu mieten, aber ich rechne mit einem Preisverfall von ca. 70% - 80% im nächsten Jahr, zumindestens in den Großstädten.

10. Überarbeiten Sie Ihre Webseiten regelmäßig
Die HTML-Sprache ist in den letzten Jahren deutlich erweitert worden. Hintergrundfarben, Formatierungsmöglichkeiten, Schriftfarben und vieles mehr sind als neue Möglichkeiten hinzugekommen.

Vergleichen Sie von Zeit zu Zeit - oder beauftragen Sie hierzu einen Berater - Ihre Webseiten mit anderen Webseiten, insbesondere denen Ihrer Mitbewerber. Gegebenenfalls müssen Ihre Seiten geringfügig verändert werden oder sogar vollständig erneuert.

Hauptfaktoren für den Erfolg auf dem Internet:
Zusammenfassend kann man sagen, daß es im wesentlichen 4 Hauptfaktoren sind, die den Erfolg auf dem Internet bestimmen:

  1. Promotion Ihrer Homepage (behandeln Sie Ihre Webseite nicht als Geheimsache)
      - durch das Internet
      - durch andere Medien
  2. Angebot nützlicher Dienste und Informationen (aus der Sicht des Nutzers, nicht aus Ihrer Sicht) oder interessante Unterhaltung (Infotainment).
  3. Interaktive Seiten
    Vermeiden Sie zu textlastige Seiten, Seiten sollten durch Grafiken und Fotos aufgelockert sein. Bedenken Sie aber stets die Ladezeiten. Der durchschnittliche Internetnutzer verwendet ein Modem, aus diesem Grunde sollte keine Seite 45 k überschreiten. Seit über einem Jahr geht meine Empfehlung darauf hinaus, Webseiten in der Größe von 25-30k zu gestalten. Wichtig ist dabei, daß Wiederholungen von Fotos/Grafiken nicht erneut gezählt werden müssen, da sie bereits im Speicher des Brausers enthalten sind. Unter dem Stichwort "Lean HTML" wird neuerdings in Deutschland sogar vorgeschlagen, Webseiten nicht über 15 k groß werden zu lassen!
  4. Berücksichtigung Ihrer Zielgruppe! Seiten, die sich an Jugendliche richten, sollten anders aufgebaut sein als Seiten, die sich z. B. an Wissenschaftler wenden. Leider werden oft hierbei gravierende Fehler gemacht. Auf Seiten, die sich fast ausschließlich an das Management wenden wird der Leser gedutzt, auf Seiten, die sich an junge Internetnutzer wenden gesieztz. Als Abhilfe wird oft "Du/Sie" verwendet, was aber auch nicht sehr elegant aussieht, manchmal gibt es aber keinen besseren Ausweg in der deutschen Sprache.


Folgender Vergleich zwischen Internetmarketing und Werbung soll Ihnen zu einem besseren Verständnis der Möglichkeiten verhelfen, das Internets für Ihr Unternehmen zu nutzen. Ich habe mir diesen Vergleich nicht selbst ausgedacht, weiss aber nicht mehr, wo ich diesen fand und kann Ihnen aus diesem Grunde keine Quelle angeben:

Wenn man Werbung mit dem Ziel vergleicht, einen Passanten mit einem Wasserschlauch so naß wie möglich zu machen, solange er noch in Reichweite ist, dann kann man Internetmarketing mit dem Bereitstellen eines Pools vergleichen. Der Internetnutzer entscheidet selbst, ob er hineinspringt, wann er hineinspringt, wie lange er darin schwimmt und wie oft er zurückkommt.

Sie müssen bei Ihren Planungen für Ihren Erfolg auf dem Internet unbedingt sowohl das Medium als auch den Nutzer berücksichtigen. In vielen Fällen wird kräftig an dem Nutzer vorbeigeplant. Aus welchen Grunde sollte ein gebildeter Mensch bereit sein, Geld dafür auszugeben, sich auf Ihrer Webseite plakative Werbung anzusehen? Der Internetnutzer sucht in erster Linie Informationen und/oder Unterhaltung. Bieten Sie Informationen und "verpacken" Sie darin Ihre Werbebotschaft. Die "Seifenopern" (Soap Operas), wie z. B. Dallas, Falcon Crest, General Hospital oder Beverly Hills wurden geschaffen, um Hausfrauen Waschmittelwerbung zu übermitteln.

Der Einstieg in die Internetwerbung ist sehr preiswert und liegt sehr niedrig im Verhältnis zur traditionellen Werbung. Relativ kleine Webpräsenzen können mit ca. DM 1000/Jahr eingerichtet werden, also mit dem Preis von einigen Kleinanzeigen; aber selbst der Einsatz von vielleicht 100.000 DM oder mehr für eine umfangreiche Webpräsenz, für die eine umfangreiche Promotion durch Bannerwerbung betrieben wird, ist relativ niedrig im Verhältnis zu regelmäßiger Fernsehwerbung.

Wenn Sie mich fragen, wann der richtige Zeitpunkt für Ihre Firma oder Organisation ist, das Internet zu nutzen, kann ich Ihnen eine klare Antwort geben: Jetzt!




Neu ist der unter Leitung von Christian Bellingrath zusammengestellte Internetmarketing Newsletter, der kostenlos für alle Internetnutzer angeboten wird. Internetmarketing Newsletter
Informationen über die Consultingdienste, Webseitenanmeldungen, Pressemitteilungen und vieles mehr, die von bellnet.com, der deutschsprachigen Abteilung der "International Consulting and Marketing Group, Inc." angeboten werden, finden Sie hier.
Hier finden Sie den bellnet.com Webindex
und hier die Suchmaschine.com.
Copyright (c) 1997 Christian Bellingrath. Alle Rechte vorbehalten. All Rights Reserved.
Internet, Marketing, Internetmarketing, Erfolg, Verkauf, Vertrieb, DM, Geld, Homepage, WWW, World Wide Web Internet, Marketing, Internetmarketing, Erfolg, Verkauf, Vertrieb, DM, Geld, Homepage, WWW, World Wide Web Internet, Marketing, Internetmarketing, Erfolg, Verkauf, Vertrieb, DM, Geld, Homepage, WWW, World Wide Web Internet, Marketing, Internetmarketing, Erfolg, Verkauf, Vertrieb, DM, Geld, Homepage, WWW, World Wide Web Internet, Marketing, Internetmarketing, Erfolg, Verkauf, Vertrieb, DM, Geld, Homepage, WWW, World Wide Web Internet, Marketing, Internetmarketing, Erfolg, Verkauf, Vertrieb, DM, Geld, Homepage, WWW, World Wide Web Internet, Marketing, Internetmarketing, Erfolg, Verkauf, Vertrieb, DM, Geld, Homepage, WWW, World Wide Web Internet, Marketing, Internetmarketing, Erfolg, Verkauf, Vertrieb, DM, Geld, Homepage, WWW, World Wide Web